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Sonntag, 24. Juli 2016

Waldbrettspiele

Ein alter Bekannter
Natürlich weiß ich, dass das diesjährige Waldbrettspiel nicht dasselbe ist, das bereits im letzten Jahr (und im Jahr davor) in unserem Garten flatterte, aber dennoch kann ich mich bei seinem Anblick nicht von dem Gefühl freimachen, einen alten Bekannten wiederzusehen.

Mit der Fotokamera im Anschlag, lauerte ich auch diesmal geduldig darauf, dass er seine Flügel öffnet. Und als hätte er mein Anliegen erfasst, flog er plötzlich zu mir und entsprach diesem Wunsch. Allerdings direkt auf dem Rücken meiner Hand, in der ich die Kamera hielt. Und so saß ich nur unbewegt da und nahm diesen Moment als persönliche Begrüßung des filigranen Falters an. Eine Art Handschlag nach den Möglichkeiten eines Schmetterlings.

Am Ende bekam ich mein begehrtes Open-Wings-Foto noch und konnte durch den Zustand der Flügel erneut ein Unterscheidungsmerkmal finden. Sehr nützlich, denn unser Waldbrettspiel ist 2016 nicht das einzige seiner Art im Garten.

Waldbrettspiel mit kleiner Macke am rechten Flügel

Sonntag, 6. September 2015

Hain und Garten

Hain- und Gartenbänderschnecke im Vergleich
Unter dem Wort "Hain" versteht man eine Gruppierung von Bäumen, die ein kleines Wäldchen ergeben. Eine schöne Bezeichnung für den hinteren Teil unseres Gartens, der im Schatten der alten Bäume liegt. Dort ist es dunkler als im vorderen Gartenteil und diese Tatsache ist die perfekte Eselsbrücke, um die Hain- und Garten-Bänderschnecken voneinander zu unterscheiden: Der Mündungssaum (Rand der Gehäuseöffnung) der Hain-Bänderschnecke ist nämlich dunkel, bei der Garten-Bänderschnecke ist er hell. Es ist das einzig zuverlässige Bestimmungsmerkmal, da Anzahl und Erscheinung der Streifen (Bänderung) ebenso variabel sind wie die Färbung der Gehäuse oder der Schnecken selbst (Quelle). Um den Unterschied hervorzuheben nennt man die Hain-Bänderschnecke auch Schwarzmündige Bänderschnecke und die Garten-Bänderschnecke Weißmündige Bänderschnecke. Beide gehören zur Familie der Schnirkelschnecken.

Hain-Bänderschnecke an Roter Johannisbeere
Ein wichtiger Baustoff der Schneckenhäuser ist Kalk. Er wird benötigt, um das Gehäuse stabil zu halten und Verletzungen zu reparieren. Aufgenommen wird der Nährstoff normalerweise über kalkhaltige Böden und Gesteine, doch unsere Gartenerde ist kalkarm. Infolgedessen findet man hier kaum eine Schnecke mit intaktem Haus. Ihre Rückzugsmöglichkeit wird brüchig und instabil. Der Kalkmangel treibt manche Tiere sogar dazu ihr eigenes Haus anzufressen. (Quelle)

Zwei Hain-Bänderschnecken im Rhododendron
Lebensweise

Von März bis Oktober sind die Bänderschnecken nachtaktive Tiere. Am Tag ruhen sie in Büschen und Sträuchern zum Schutz vor Austrocknung und Fressfeinden. Dabei sucht die Garten-Bänderschnecke häufiger den Wald und die Hain-Bänderschnecke lieber den Garten auf, was im Hinblick auf ihre Bezeichnungen irreführend ist. Zwischen November und Februar begeben sie sich in Kältestarre und leben von ihren Reserven (Quelle). Da diese knapp bemessen sind, sollte man die Gehäuseschnecken bis März keinesfalls stören, sonst riskiert man ihren Tod. Wenn sie nicht verhungern oder selbst zur Nahrung werden, können Garten-Bänderschnecken bis zu 5 Jahre alt werden. Hain-Bänderschnecken schaffen sogar 8 Jahre (Quelle). Die Eiablage findet im Frühjahr oder Sommer statt. Grundsätzlich können es bis zu 80 Eier pro Jahr und Tier werden. Allerdings nimmt die Population auf sauren Böden ab (Quelle), denn auch für die Produktion der Eier wird Kalk benötigt. Drei Wochen nach der Eiablage schlüpfen die Jungtiere und haben zum Aufbau ihres Gehäuses ebenfalls einen hohen Kalkbedarf. Mit dem Auslegen von abgekochten Eierschalen werde ich versuchen, die Schnirkelschnecken zu unterstützen. Eigentlich ist ein schattiger Garten mit schwerem, lehmhaltigen Boden und großzügigem Dickicht nämlich ein traumhaftes Habitat für Schnecken (Quelle). Auch leere Gehäuse verbleiben im Garten, da sie ebenfalls als Kalkquelle dienen können.

Leeres Haus einer kleinen Garten-Bänderschnecke
Die gute Schnecke

Bänderschnecken richten im Garten keinen Schaden an (Quelle), wie es etwa die Spanische Wegschnecke tut. Die Weißmündige Bänderschnecke (cepaea hortensis) grast überwiegend Moos und Algen von Pflanzen und Steinen ab (Quelle), wie den Grünspan von unserer Steinbank. Der Speiseplan der Schwarzmündigen Bänderschnecke (cepaea nemoralis) ist etwas umfangreicher. Außer Algen und Pilzen nimmt sie vor allem verrottetes Pflanzenmaterial zu sich (Quelle). Sehr schön anhand dieses Schnappschusses zu sehen:

Hain-Bänderschnecke auf Stockrosenblatt
Auf den ersten Blick mag es zwar wirken, als ob die Hain-Bänderschnecke sich hier über ein grünes Blatt hergemacht hätte, doch bei genauem Hinsehen erkennt man, wie gezielt sie lediglich die welken Stellen herausgefressen hat. Für ihren seltenen Appetit auf frisches Grün, halten wir immer ein paar Opferpflanzen (Unkraut) im Garten bereit. Da sie auch Aas frisst (Quelle), kann man sie als rundum nützliche Putzkraft bezeichnen, die maßgeblich am Abbau organischer Substanz beteiligt ist.
Beide Bänderschnecken sind ein wichtiger Bestandteil eines intakten Gartenökosystems (Quelle). Auf der einen Seite beschert uns ihr wertvoller Humus nahrhaften Gartenboden, auf der anderen Seite sind sie selbst wertvolle Nahrung. Neben Erdkröten, Igeln und Spitzmäusen brauchen vor allem Singvögel die Schneckenhäuser als Kalziumquelle für ihre Eierschalen und Knochen. Ein Rückgang der Gehäuseschnecken hätte somit auch negative Auswirkungen auf den Bruterfolg (Quelle).

Ein gesunder Garten braucht Schnecken. Solange Flora und Fauna im Gleichgewicht sind, ist es ein Geben und Nehmen, ein Fressen und Gefressen werden, mit Sinn und Zweck, in das der Mensch nicht eingreifen sollte.

Quellen

Mittwoch, 26. August 2015

Amsel oder Drossel?

Junge Schwarzdrossel
Junge Schwarzdrossel
Wer kennt nicht den Klassiker "Alle Vögel sind schon da", in dem Amsel, Drossel, Fink und Star den Frühling ankündigen? Doch die alte Aufzählung führt uns seit Kindheitstagen in die Irre, weil auch Amseln zur Familie der Drosseln gehören. Das wird deutlich, sobald man ein Jungtier vor sich hat. Der Amselnachwuchs stellt den Ornithologen-Laien vor eine Herausforderung. Sowohl im Hinblick auf die Bestimmung als auch in Bezug auf die Fragestellung: "Amsel oder Drossel?" - Korrekt müsste es heißen: "Um welche Drosselart handelt es sich?"
Die Amsel (Turdus merula) wird auch als Schwarzdrossel bezeichnet, da das Männchen recht einfarbig schwarzes Gefieder hat. Das Weibchen ist bräunlich mit leichten Tupfern oder Sprenkeln auf der graubraunen Brust.

Amselweibchen
Amsel-Weibchen
Die Jungvögel weisen eine ähnlich gesprenkelte, aber hellere Brust auf, wodurch sie den Sing- und Misteldrosseln ähneln. (Drosseln im Vergleich)

Junge Amsel
Junge Amsel
Unterscheidung

Verglichen mit einer Amsel sind Singdrosseln kleiner und zierlicher. Misteldrosseln sind größer als Amseln. Beide verfügen auf ihrer hellen Brust über deutliche dunkle Tupfer, die in ihrer Form definierter sind als die wilden Sprenkel der jungen Amsel. Das ausgewachsene Amselweibchen kann ähnliche Flecken aufweisen, welche sich jedoch nur schwer vom braungrauen Gefieder abheben. Im Gegensatz zum Nachwuchs hat die adulte Amsel einen (meist) gelb-orangefarbenen Schnabel und die dazu passende Augenumrandung, wodurch sie sich ebenfalls von der Sing- und Misteldrossel abgrenzt. (Amselweibchen stiftet Verwirrung)

Wirklich schnell und sicher konnte ich die kleine Drossel in unserem Garten übrigens erst bestimmen, nachdem ich diese Szene gesehen hatte:

Amsel füttert seinen Nachwuchs
Amsel-Männchen füttert seinen Nachwuchs

Montag, 24. August 2015

Rhododendronzikade

Rhododendronzikade
Rhododendronzikade (Graphocephala fennahi)
Es überrascht nicht, dass ein solch farbenfrohes Insekt seinen Ursprung in Nordamerika hat. Von dort stammt auch der Pilz (Pycnostysanus azaleae), mit dem die kleine Schmuckzikade die Knospen eines Rhododendrons infizieren kann, wenn sie im Spätsommer ihre Eier dort ablegt. Befallene Knospen verfärben sich über den Winter braun bis schwarz und sollten im zeitigen Frühjahr unbedingt entfernt werden, noch bevor die Zikade im April schlüpft. Die toten Knospen gehören danach in den Hausmüll (NICHT in die Biotonne oder auf den Kompost), weil sowohl Larven als auch Pilzsporen darin hausen können.

Die Larven zapfen den Rhododendronblättern Pflanzensaft ab, was in der Regel keine Schäden verursacht (Quelle). Ende Juni ist ihre Entwicklung zum Vollinsekt abgeschlossen und sie beginnen erneut die Rhododendronknospen für ihre Eiablage zu nutzen. Mit Gelbtafeln kann man den kleinen Hüpfern zu Leibe rücken, die sich anhören wie der Beginn eines leichten Nieselregens, wenn sie über die Blätter springen.

Wir tun uns schwer mit der Bekämpfung, da ein Pilzbefall der Rhododendronknospen auch auftreten kann, wenn gar keine Zikade im Busch ist (Quelle). Es scheint somit in erster Linie die Aufgabe des Gärtners zu sein, alle pilzverseuchten Knospen aus dem Rhododendron zu entfernen, damit sich keine Sporen an die Zikaden heften und neue Knospen infizieren.

Da mir in diesem Jahr sehr viele Rhododendronzikaden in unseren Rhododendren aufgefallen sind, bin ich gespannt auf die Anzahl abgestorbener Knospen im nächsten Jahr. Wenn da tatsächlich ein Zusammenhang besteht, müsste das deutlich werden.

Freitag, 26. Juni 2015

Garfield

Kater unter Skimmie

In unserem Magischen Garten sind wir keine Freunde freilaufender Katzen. Hier werden die Jäger selbst zu Gejagten und bei Sichtkontakt lauthals verscheucht. Dieser fette orangefarbene Kater genoss allerdings einen Promibonus. Als ehemaliger Garfield-Fan habe ich ihn erst nach dem Fotoshooting in die Flucht geschlagen.

Montag, 15. Juni 2015

Samenraub

Waldmaus frisst Grassamen
Einen sehr scheuen Bewohner unseres magischen Gartens sehen wir hier und beantworten gleichzeitig die Frage, warum frisch gesäter Schattenrasen immer so spärlich bei uns wächst. Mundraub ist der Grund! Bei der Waldmaus (Apodemus sylvaticus) stehen die Grassamen hoch im Kurs (Quelle). Weil der knopfäugige Nager dabei aber so verdammt niedlich aussieht, hört man mich nicht klagen.

Unseren Garten teilt sich die Waldmaus mit der Spitzmaus, welche ich kürzlich unter einer Efeudecke erblickte. Zu Gesicht bekommt man die Mäuse leider nur selten. Überwiegend bleibt es bei der Wahrnehmung eines Rascheln und Fiepens. Geräusche, die ich auch schon aus der hohen Laubansammlung innerhalb des Haselnussstrauches vernahm. Haselnüsse sind bei Waldmäusen ebenso begehrt wie Grassamen. Spitzmäuse bevorzugen hingegen Insekten, Spinnen, Regenwürmer und Schnecken, welche die Waldmaus so häufig verzehrt, wie die Spitzmaus Haselnüsse. (Quelle)

Donnerstag, 11. Juni 2015

Nanu, nanu, nanu!?


Beim Umgraben huben wir einen verknoteten Regenwurm aus dem Erdreich. Wer macht denn sowas!? Vielleicht vergessliche Rumpelwichte, die kein Taschentuch zur Hand haben? Pfui, pfui, pfui! Wiesu denn bluß? Das arme Tier! Doch kein Grund zur Sorge: Der Regenwurm hat sich von allein wieder entknotet. Er kann sich auch eigenständig verknoten. Warum tut er das? Ich las, dass er so durch den Winter kommt. (Quelle) Also doch keine Gedächtnisstütze für Rumpelwichte? Wer weiß ...

Freitag, 29. Mai 2015

Bufo bufo

Die Silberblättrige Goldnessel hat die Blütezeit hinter sich und ihre Nektar-Bar geschlossen. Um die Nacktschnecken-Verstecke zu begrenzen, wollte ich das wuchernde Blattwerk entfernen. Beim Jäten fielen mir auch gleich 6 der Pflanzenfresser in die Hände und ich fühlte mich in meinem Tun bestätigt. Mein Enthusiasmus wurde allerdings gedämpft, als unter einem entrissenen Bündel silbriger Blätter plötzlich eine braune Erdkröte (Bufo bufo) zum Vorschein kam.
 

Mit einem Körpermaß von etwa 7 cm war es vermutlich ein Männchen, das eilig in der japanischen Lavendelheide verschwand. Nach der Erkenntnis, dass das Unkraut nicht nur Nacktschnecken, sondern auch Erdkröten als geeignetes Habitat dient, ließ ich die restlichen Goldnesseln stehen. Es hat halt alles seine Vor- und Nachteile. Auch für die Nacktschnecken, denn bei Erdkröten stehen sie mit auf dem Speiseplan. (Quelle)

Montag, 11. Mai 2015

Hausbesetzer

Die Bezeichnung Vogelhaus trifft nicht auf alle Nistkästen in unserem Garten zu. Ein Haus wurde dieses Jahr von Baumhummeln bezogen. 

Baumhummeln im Vogelhaus
Baumhummeln im Vogelhaus
Verlassene Vogelnester stellen häufig die Basis der Baumhummel-Nestkugeln dar, die sich die Tiere mit diversen Fundstücken weiter anpassen. Darunter Federn, Pflanzenfasern und Haare.

Baumhummeln im Vogelhaus
Baumhummel (Bombus hypnorum)
Die Baumhummel gilt als fleißiger Obstbaumbestäuber und Langstreckenflieger. Unsere reiche Apfelbaumblüte dürfte sie im Magischen Garten jedoch zum Haustürsammler machen.

Sonntag, 10. Mai 2015

Den Moment genießen

Nicht zuletzt aufgrund dieses Blogs, betrete ich den Magischen Garten meist nur noch in Begleitung meiner Kamera. Dabei habe ich natürlich stets das falsche Objektiv drauf. Denn sobald ich mich mit dem Makro den Insekten widmen möchte, klopft garantiert der Specht in den Baumwipfeln. Kaum ist das Tele montiert, verschwindet der Vogel und die Blumen sind voller Hummeln. Es ist wie verhext!

In solchen Momenten muss ich lernen loszulassen und anstatt schöne Fotos für die Ewigkeit zu schießen, einfach mal das Hier und Jetzt genießen. Heute war wieder einer dieser Momente. Ausgerüstet mit dem Teleobjektiv war ich auf die Ankunft eines Eichhörnchens eigentlich bestens vorbereitet. Nur handelte es sich diesmal um ein noch furchtloses Jungtier, welches sich so flink auf mich zubewegte, dass ich mit dem Scharfstellen nicht hinterher kam.

Unscharfes Foto von einem jungen Eichhörnchen
Unscharfes Eichhörnchen
Als es den fokussierbaren Bereich des Objektivs verlassen hatte, war es nur noch eine Armlänge von mir entfernt. Ich stand vor der Wahl: Weiter auf den Monitor meiner Kamera starren und das Tier scharfstellen, sobald es sich wieder entfernt oder es live betrachten und den Moment genießen.

Es war ein schöner Moment. - Leider gibt es kein Foto davon.

Samstag, 20. September 2014

Unser Waldbrettspiel

Waldbrettspiel
Nein, in diesem Eintrag geht es nicht um einen neuen Zeitvertreib in unserem Garten, sondern um einen Schmetterling. Während uns die farbenfrohen Tagfalter erst in der Blütezeit des Sommerflieders mit ihrer kurzen Anwesenheit beehren, sah ich das braune Waldbrettspiel (Pararge aegeria tircis) bereits Anfang Juli bei uns flattern. Zuerst hatte ich angenommen, es würde sich um verschiedene Schmetterlinge derselben Art handeln, doch seitdem der Falter einen beschädigten rechten Flügel hat, kann ich ihn tagtäglich als unser Waldbrettspiel identifizieren.

Waldbrettspiel auf Gießkanne
Die Edelfalter fliegen in zwei Generationen von Mitte April - Anfang Juni und von Juli - Mitte September. In der Zeit legen die Männchen ein ausgeprägtes Revierverhalten an den Tag. Sobald ein Artgenosse sich nähert, gehen sie zum Angriff über und verjagen den Rivalen. Der Kampf der Schmetterlinge kommt dabei wie ein Tanz daher. Ich habe ihn zuerst für ein Balzritual gehalten.

Ihre bevorzugten Sitzplätze sind sonnig und leicht erhöht, um die Gegend im Auge zu behalten (
Quelle). Unser Waldbrettspiel ruht gerne auf der blauen Gießkanne, dem grünen Laubrechen, oder auf dem Stamm der Birke, deren lichtes Blattwerk genug Sonne zu ihm durchlässt. Wenn ich den Falter mal am Boden sah, dann überwiegend auf einem Blatt sitzend. Das war auch das erste Motiv, welches sich mir im Juli bot. Damals noch mit intaktem Flügel:

Waldbrettspiel auf Blatt
Um ihn mit geöffneten Flügeln abzulichten, muss man entweder Glück oder Geduld haben, denn meist hält er sie zusammen. Weil er Blätter den Blüten vorzieht, nennt man ihn auch Laubfalter. In einem nahezu blütenlosen Garten ist er der einzig treue Schmetterling, über den wir uns regelmäßig freuen durften.

Freitag, 25. Juli 2014

Der Kleiber

Kleiber auf Lebensbaum (Thuja)
 
Obwohl der Kleiber (Sitta europaea) kein seltener Vogel ist, bekommen wir ihn kaum zu Gesicht. Er ist nämlich nicht nur klein und flink, sondern auch äußerst scheu und bleibt gern in Deckung. Die besten Chancen bieten sich einem, wenn man die Wassernixe im Auge behält, sobald man den Kleiber die Baumrinde der Thuja entlanglaufen hört. 
 
Devonshire Mermaid von Fiona Scott

Die steinerne Vogeltränke ist das Stammlokal des standorttreuen Vogels. Optisch steht er bei mir hoch im Kurs, weil er mich ein wenig an den Eisvogel erinnert, welcher mangels fischreicher Gewässer unseren Garten wohl nie beehren wird. Doch Dank unseres alten Baumbestandes konnten wir zumindest den Kleiber für uns gewinnen!
Er ernährt sich von Nüssen, Baumsamen, Spinnen und Insekten die er in der Rinde findet. Seine 5-9 Eier brütet er in einer Baumhöhle aus, deren Zugang er bis auf ein kleines Loch mit Lehm zuklebt (sog. "kleibern"). Das brachte ihm seinen Namen ein.

Bereits im März beginnt der Vogel mit dem Nestbau. Nistkästen werden bei Bedarf angepasst und der Eingang auf ca. 3,5 cm Durchmesser verkleinert. Im April folgt die Eiablage, im Juni werden die Jungen flügge. Gefahr droht dem Kleiber durch Falken, Sperber, Elstern und Eichelhäher. Als Standvogel bleibt er im Winter hier und erfreut uns somit das ganze Jahr über. - Vorausgesetzt, wir sehen ihn.

Donnerstag, 24. Juli 2014

Caught in the Act

Wenn es im Garten leere Haselnussschalen regnet, lohnt sich ein Blick nach oben.
Eichhörnchen im Haselnussstrauch

Mittwoch, 23. Juli 2014

Nürburgring

Was sich am Abend über und neben unseren Köpfen abspielt, hat akustische Ähnlichkeit mit einer Rennstrecke. Die flinken Totenkopfschwebefliegen geben Geräusche von sich, die ich sonst nur aus dem Motorsport kenne.

Totenkopfschwebefliege auf Holunderblatt
Ihre optische Verwechslungsgefahr mit Wespen und Bienen dient dem Schutz vor Fressfeinden. Sie besitzen jedoch keinen Stechapparat und sind vollkommen harmlos. Die Unterscheidung ist anhand ihres Flugverhaltens leicht möglich: Schwebefliegen besitzen - wie Libellen und Kolibris - das Talent, ihre Position in der Luft zu halten.

Totenkopfschwebefliege in Position
Die Flugzeit der Totenkopfschwebefliege (Myathropa florea) reicht von April bis Oktober. Sie ist recht häufig vertreten. Vor allem in unserem Garten, weil wir mehrere Holunderbäume haben. Die mögen sie besonders. Schwebefliegen ernähren sich von Pollen und Nektar und sind wichtige Bestäuber. Manche Larven fressen sogar Blattläuse. Die Larve der Totenkopfschwebefliege entwickelt sich in schlammigem Wasser. Vielleicht ist das Ausbleiben der diesjährigen Teichsäuberung mit ein Grund für ihr vermehrtes Auftreten, im Vergleich zum Vorjahr.

Freitag, 18. Juli 2014

Lähmende Hitze


Während des Sommers lässt es sich im Schattengarten gut aushalten. Zumindest in Ruhe. Für körperliche Gartenarbeit ist das Wetter zu schwül. Selbst der sonst so fidele Eichhörnchen-Nachwuchs macht einen eher ermatteten Eindruck auf dem hohen Baumstumpf unserer toten Ulme.

Samstag, 31. Mai 2014

Unser Garten im Mai

Nachdem die weißen Rhododendren verblüht sind, öffnen sich nun die Knospen der anderen und bringen Farbe ins Spiel. Aber so schön der Anblick auch ist, über unseren Köpfen herrscht derzeit viel Gezeter, denn der Nachwuchs der Dohlen hat das Nest verlassen. Kommt man in die Nähe eines Jungen geraten die Eltern in Aufruhr und beginnen wild zu kreischen. Auch die Kleinen geben mitunter Laute von sich und fordern so ihre Fütterung ein.
 
Die pinke Blüte des Rhododendrons erfreut uns im Mai.

Zusammen mit dem violetten Rhododendron.

Der Gelbe Scheinmohn blüht auch in Orange.
 
Der kleine Reiherschnabel wird leicht übersehen.

Der Dolden-Milchstern blühte nur kurz.

Die ersten Johannisbeeren färben sich rot.

Der Apfelbaum beginnt mit der Fruchtbildung.
 
Die jungen Dohlen sind flügge geworden.

Die Deutzie öffnet zum Monatsende ihre Knospen.

Freitag, 30. Mai 2014

Tierfalle: Zinkwanne

Die Dohlenbrut ist flügge geworden und die Jungen sitzen überall verteilt. Dabei halten sie sich so ruhig, dass man sie nicht bemerkt. Wesentlich mehr Aufmerksamkeit erregen die aufgebrachten Rufe der Eltern, sobald man sich ihrem Nachwuchs nähert. Da ich allerdings nicht mit Jungvögeln in unserem Garten rechnete, bezog ich das Geschrei über mir nicht auf mich, als ich im hinteren Gartenteil auf Nacktschneckenpirsch war. Plötzlich hörte ich etwas in die große Zinkwanne rutschen. Ein Dohlenjunges hatte mich bemerkt und war vor Schreck vom Rand in die Wanne gefallen. Zum Glück war kaum Wasser darin.


Die Kleinen sind etwas unbeholfen. Wirklich gut beherrschen sie jedoch das Stillhalten. Solange sich der Vogel von mir beobachtet fühlte regte er sich keinen Millimeter und ließ sich selbst von nervigen Fliegen nicht aus der Ruhe bringen.


Über mir flatterte derweil die besorgte Dohlenverwandtschaft kreischend von Ast zu Ast und beäugte mich argwöhnisch. Doch im Stillhalten stand ich ihrem Jungen in nichts nach und so beruhigten sich alle wieder.


Auch der gefiederte Tollpatsch gewöhnte sich an meine Anwesenheit und unternahm sporadische Versuche, aus dem Becken zu entkommen. Ich hätte ihm gerne dabei geholfen, aber ich wollte das Tier nicht in Panik versetzen. Nach über einer Stunde glückte der dritte Anlauf und die kleine Dohle saß wieder auf dem Wannenrand. Gerade noch rechtzeitig, um sich von der Abendsonne das Gefieder trocknen zu lassen.


Damit die Zinkwanne in Zukunft nicht wieder zur Tierfalle wird, habe ich im Anschluss an das Vogelbad unterschiedlich große Steine hineingelegt und damit eine Treppe gebaut.


Neben den Dohlen haben nämlich auch die Eichhörnchen Nachwuchs bekommen und erst kürzlich ertrank eines ihrer Jungen in der Regentonne meines Nachbarn.

Dienstag, 6. Mai 2014

Biene in Schwarz-weiß

... auf einem Farbfoto:

Graue Sandbiene auf Vergissmeinnicht

Bei einer Stippvisite im Garten, kreuzte heute eine Graue Sandbiene (Andrena cineraria) meinen Weg und ließ sich im Feld der inzwischen lang gewachsenen Vergissmeinnicht nieder. Die Wildbienen stechen nicht und fliegen nur von Mitte März bis Ende Mai (Quelle). Ich hatte also Glück: Einen Monat später wären wir uns nicht mehr begegnet.

Freitag, 25. April 2014

Unerhört

Die Natur macht viele Geräusche. In unserem Garten hört man das Zwitschern der Vögel, das Schnalzen der Eichhörnchen und das Summen der Bienen und Hummeln. Was man nicht hört, ist das gierige Schmatzen Letztgenannter, wenn sie sich am Nektar der Pflanzen laben. Aber wenn man genau hinschaut, kann man es sehen.

Steinhummel an Spanischem Hasenglöckchen

Die Steinhummel macht sich hier so gierig über das Spanische Hasenglöckchen her, dass der Pollenstaub rechts aus der Blüte schießt.

Freitag, 7. März 2014

Die erste Biene


Ich weiß, das ist nicht eines meiner besten Bilder, aber hinter diesem Schnappschuss steckt ein witziges Erlebnis. Der violette Krokus war ein Mitbringsel. Er blühte bereits, als ich ihn nahe der neuen Holzbrücke in das Meer von Erde setzte. Keine Sekunde darauf, summte mir plötzlich was um die Ohren. Wie aus dem Nichts, erschien eine Biene und landete zielsicher in der Blüte. Noch nie hat meine Gartenarbeit so schnell Früchte getragen!