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Sonntag, 24. Juli 2016

Waldbrettspiele

Ein alter Bekannter
Natürlich weiß ich, dass das diesjährige Waldbrettspiel nicht dasselbe ist, das bereits im letzten Jahr (und im Jahr davor) in unserem Garten flatterte, aber dennoch kann ich mich bei seinem Anblick nicht von dem Gefühl freimachen, einen alten Bekannten wiederzusehen.

Mit der Fotokamera im Anschlag, lauerte ich auch diesmal geduldig darauf, dass er seine Flügel öffnet. Und als hätte er mein Anliegen erfasst, flog er plötzlich zu mir und entsprach diesem Wunsch. Allerdings direkt auf dem Rücken meiner Hand, in der ich die Kamera hielt. Und so saß ich nur unbewegt da und nahm diesen Moment als persönliche Begrüßung des filigranen Falters an. Eine Art Handschlag nach den Möglichkeiten eines Schmetterlings.

Am Ende bekam ich mein begehrtes Open-Wings-Foto noch und konnte durch den Zustand der Flügel erneut ein Unterscheidungsmerkmal finden. Sehr nützlich, denn unser Waldbrettspiel ist 2016 nicht das einzige seiner Art im Garten.

Waldbrettspiel mit kleiner Macke am rechten Flügel

Montag, 24. August 2015

Rhododendronzikade

Rhododendronzikade
Rhododendronzikade (Graphocephala fennahi)
Es überrascht nicht, dass ein solch farbenfrohes Insekt seinen Ursprung in Nordamerika hat. Von dort stammt auch der Pilz (Pycnostysanus azaleae), mit dem die kleine Schmuckzikade die Knospen eines Rhododendrons infizieren kann, wenn sie im Spätsommer ihre Eier dort ablegt. Befallene Knospen verfärben sich über den Winter braun bis schwarz und sollten im zeitigen Frühjahr unbedingt entfernt werden, noch bevor die Zikade im April schlüpft. Die toten Knospen gehören danach in den Hausmüll (NICHT in die Biotonne oder auf den Kompost), weil sowohl Larven als auch Pilzsporen darin hausen können.

Die Larven zapfen den Rhododendronblättern Pflanzensaft ab, was in der Regel keine Schäden verursacht (Quelle). Ende Juni ist ihre Entwicklung zum Vollinsekt abgeschlossen und sie beginnen erneut die Rhododendronknospen für ihre Eiablage zu nutzen. Mit Gelbtafeln kann man den kleinen Hüpfern zu Leibe rücken, die sich anhören wie der Beginn eines leichten Nieselregens, wenn sie über die Blätter springen.

Wir tun uns schwer mit der Bekämpfung, da ein Pilzbefall der Rhododendronknospen auch auftreten kann, wenn gar keine Zikade im Busch ist (Quelle). Es scheint somit in erster Linie die Aufgabe des Gärtners zu sein, alle pilzverseuchten Knospen aus dem Rhododendron zu entfernen, damit sich keine Sporen an die Zikaden heften und neue Knospen infizieren.

Da mir in diesem Jahr sehr viele Rhododendronzikaden in unseren Rhododendren aufgefallen sind, bin ich gespannt auf die Anzahl abgestorbener Knospen im nächsten Jahr. Wenn da tatsächlich ein Zusammenhang besteht, müsste das deutlich werden.

Montag, 11. Mai 2015

Hausbesetzer

Die Bezeichnung Vogelhaus trifft nicht auf alle Nistkästen in unserem Garten zu. Ein Haus wurde dieses Jahr von Baumhummeln bezogen. 

Baumhummeln im Vogelhaus
Baumhummeln im Vogelhaus
Verlassene Vogelnester stellen häufig die Basis der Baumhummel-Nestkugeln dar, die sich die Tiere mit diversen Fundstücken weiter anpassen. Darunter Federn, Pflanzenfasern und Haare.

Baumhummeln im Vogelhaus
Baumhummel (Bombus hypnorum)
Die Baumhummel gilt als fleißiger Obstbaumbestäuber und Langstreckenflieger. Unsere reiche Apfelbaumblüte dürfte sie im Magischen Garten jedoch zum Haustürsammler machen.

Samstag, 20. September 2014

Unser Waldbrettspiel

Waldbrettspiel
Nein, in diesem Eintrag geht es nicht um einen neuen Zeitvertreib in unserem Garten, sondern um einen Schmetterling. Während uns die farbenfrohen Tagfalter erst in der Blütezeit des Sommerflieders mit ihrer kurzen Anwesenheit beehren, sah ich das braune Waldbrettspiel (Pararge aegeria tircis) bereits Anfang Juli bei uns flattern. Zuerst hatte ich angenommen, es würde sich um verschiedene Schmetterlinge derselben Art handeln, doch seitdem der Falter einen beschädigten rechten Flügel hat, kann ich ihn tagtäglich als unser Waldbrettspiel identifizieren.

Waldbrettspiel auf Gießkanne
Die Edelfalter fliegen in zwei Generationen von Mitte April - Anfang Juni und von Juli - Mitte September. In der Zeit legen die Männchen ein ausgeprägtes Revierverhalten an den Tag. Sobald ein Artgenosse sich nähert, gehen sie zum Angriff über und verjagen den Rivalen. Der Kampf der Schmetterlinge kommt dabei wie ein Tanz daher. Ich habe ihn zuerst für ein Balzritual gehalten.

Ihre bevorzugten Sitzplätze sind sonnig und leicht erhöht, um die Gegend im Auge zu behalten (
Quelle). Unser Waldbrettspiel ruht gerne auf der blauen Gießkanne, dem grünen Laubrechen, oder auf dem Stamm der Birke, deren lichtes Blattwerk genug Sonne zu ihm durchlässt. Wenn ich den Falter mal am Boden sah, dann überwiegend auf einem Blatt sitzend. Das war auch das erste Motiv, welches sich mir im Juli bot. Damals noch mit intaktem Flügel:

Waldbrettspiel auf Blatt
Um ihn mit geöffneten Flügeln abzulichten, muss man entweder Glück oder Geduld haben, denn meist hält er sie zusammen. Weil er Blätter den Blüten vorzieht, nennt man ihn auch Laubfalter. In einem nahezu blütenlosen Garten ist er der einzig treue Schmetterling, über den wir uns regelmäßig freuen durften.