Samstag, 20. September 2014

Unser Waldbrettspiel

Waldbrettspiel
Nein, in diesem Eintrag geht es nicht um einen neuen Zeitvertreib in unserem Garten, sondern um einen Schmetterling. Während uns die farbenfrohen Tagfalter erst in der Blütezeit des Sommerflieders mit ihrer kurzen Anwesenheit beehren, sah ich das braune Waldbrettspiel (Pararge aegeria tircis) bereits Anfang Juli bei uns flattern. Zuerst hatte ich angenommen, es würde sich um verschiedene Schmetterlinge derselben Art handeln, doch seitdem der Falter einen beschädigten rechten Flügel hat, kann ich ihn tagtäglich als unser Waldbrettspiel identifizieren.

Waldbrettspiel auf Gießkanne
Die Edelfalter fliegen in zwei Generationen von Mitte April - Anfang Juni und von Juli - Mitte September. In der Zeit legen die Männchen ein ausgeprägtes Revierverhalten an den Tag. Sobald ein Artgenosse sich nähert, gehen sie zum Angriff über und verjagen den Rivalen. Der Kampf der Schmetterlinge kommt dabei wie ein Tanz daher. Ich habe ihn zuerst für ein Balzritual gehalten.

Ihre bevorzugten Sitzplätze sind sonnig und leicht erhöht, um die Gegend im Auge zu behalten (
Quelle). Unser Waldbrettspiel ruht gerne auf der blauen Gießkanne, dem grünen Laubrechen, oder auf dem Stamm der Birke, deren lichtes Blattwerk genug Sonne zu ihm durchlässt. Wenn ich den Falter mal am Boden sah, dann überwiegend auf einem Blatt sitzend. Das war auch das erste Motiv, welches sich mir im Juli bot. Damals noch mit intaktem Flügel:

Waldbrettspiel auf Blatt
Um ihn mit geöffneten Flügeln abzulichten, muss man entweder Glück oder Geduld haben, denn meist hält er sie zusammen. Weil er Blätter den Blüten vorzieht, nennt man ihn auch Laubfalter. In einem nahezu blütenlosen Garten ist er der einzig treue Schmetterling, über den wir uns regelmäßig freuen durften.

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