Die Dohlenbrut ist flügge geworden und die Jungen sitzen überall verteilt. Dabei halten sie sich so ruhig, dass man sie nicht bemerkt. Wesentlich mehr Aufmerksamkeit erregen die aufgebrachten Rufe der Eltern, sobald man sich ihrem Nachwuchs nähert. Da ich allerdings nicht mit Jungvögeln in unserem Garten rechnete, bezog ich das Geschrei über mir nicht auf mich, als ich im hinteren Gartenteil auf Nacktschneckenpirsch war. Plötzlich hörte ich etwas in die große Zinkwanne rutschen. Ein Dohlenjunges hatte mich bemerkt und war vor Schreck vom Rand in die Wanne gefallen. Zum Glück war kaum Wasser darin.
Die Kleinen sind etwas unbeholfen. Wirklich gut beherrschen sie jedoch das Stillhalten. Solange sich der Vogel von mir beobachtet fühlte regte er sich keinen Millimeter und ließ sich selbst von nervigen Fliegen nicht aus der Ruhe bringen.
Über mir flatterte derweil die besorgte Dohlenverwandtschaft kreischend von Ast zu Ast und beäugte mich argwöhnisch. Doch im Stillhalten stand ich ihrem Jungen in nichts nach und so beruhigten sich alle wieder.
Auch der gefiederte Tollpatsch gewöhnte sich an meine Anwesenheit und unternahm sporadische Versuche, aus dem Becken zu entkommen. Ich hätte ihm gerne dabei geholfen, aber ich wollte das Tier nicht in Panik versetzen. Nach über einer Stunde glückte der dritte Anlauf und die kleine Dohle saß wieder auf dem Wannenrand. Gerade noch rechtzeitig, um sich von der Abendsonne das Gefieder trocknen zu lassen.
Damit die Zinkwanne in Zukunft nicht wieder zur Tierfalle wird, habe ich im Anschluss an das Vogelbad unterschiedlich große Steine hineingelegt und damit eine Treppe gebaut.
Neben den Dohlen haben nämlich auch die Eichhörnchen Nachwuchs bekommen und erst kürzlich ertrank eines ihrer Jungen in der Regentonne meines Nachbarn.
Freitag, 30. Mai 2014
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